Die Zeit

Jedem sein Tablett

Erschienen:

  • 22. April 2010
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Que

Das Display des »Que« ist komplett aus Kunststoff und dadurch leicht, dünn, unzerbrechlich und flexibel. Theoretisch ließe sich damit eine elektronische Zeitung herstellen, wie manche sie sich wünschen: zum Zusammenrollen und In-die-Tasche-Stecken. Trotzdem hat sich Produzent Plastic Logic aus Dresden der besseren Lesbarkeit wegen für ein starres Gehäuse entschieden. Es ist acht Millimeter dick und groß wie ein Blatt Papier. Der Que soll Geschäftsleuten den Inhalt ihrer Aktentaschen ersetzen: Dokumente, Zeitungen, Bücher, Korrespondenz. Er kann online gehen, gängige Formate wie Word oder PDF darstellen. Die Bedienung ist simpel, das Design elegant, das Display schafft zwar nur schwarz-weiß, stellt die Seiten dafür aber gestochen scharf dar. Ursprünglich sollte das Gerät schon 2009 auf den Markt kommen, doch Wirtschaftskrise und technische Probleme verzögerten den Start. Vom Sommer an wird der Que zunächst in den USA erhältlich sein. Mit 649 Dollar kostet er mehr als das günstigste iPad.

txtr

Ein permanenter Zugang zum Internet und ein schwarz-weißes Display mit elektronischer Tinte sind die auffälligsten Kennzeichen des txtr-Readers. Das Gerät, von einem jungen Berliner Unternehmen entwickelt, soll vor allem ein Konzept für das gemeinschaftliche Lesen von Büchern, Blogs oder Zeitungsartikeln in der Zukunft darstellen. Ähnlich wie man gute Bücher aus Papier heute an Freunde und Familienmitglieder ausleihe, soll man sie künftig elektronisch weitergeben können. Eine Art elektronischer Buchclub oder Lesezirkel würde so entstehen. Indes: So einfach ist der ehrgeizige Plan offenbar nicht umzusetzen. Schon zum vergangenen Herbst angekündigt, wurde der Start des txtr – angeblich wegen technischer Probleme – immer wieder verschoben. Bis heute steht kein Erscheinungstermin fest, lediglich der Preis: 299 Euro. Kritiker bemängeln, dass reine Schwarz-Weiß-Displays angesichts der farbigen Bildschirme auf lange Sicht chancenlos seien. Der Hersteller des txtr entgegnet, dass elektronische Tinte dafür wesentlich schärfere Darstellungen ermögliche und das Lesen erleichtere.